Wanderfahrt Donau Vilshofen-Linz 2014

Bericht von Claus-Ulrich Karipidis

Für die als „Ausdauer erfordernd“ ausgeschriebene Strecke fanden sich vier wild entschlossene RuderInnen. Damit der Wanderfahrten 4’er nicht planlos sondern gesteuert unterwegs sein konnte, hat eine Familienangehörige das Opfer erbracht, drei Tage lang auf dem Steuersitz zu sitzen und Ratschläge entgegen zu nehmen, Hut ab.

Die Landschaft war ausgesprochen schön und abwechslungsreich. Die Fahrt begann in Vilshofen mit Blick auf den bayerischen Wald. Während der kurzen Passage durch Passau forderten Brückendurchfahrten und viele Kreuzfahrt- und Frachtschiffe unsere volle Aufmerksamkeit.Nach Passau mündete der Inn mit seiner weißlichen Farbe eindrucksvoll in die Donau – fast schon umgekehrt, die schmalere Donau in den breiteren Inn. Nun traten die Berge beidseitig an den Fluss und die kurvenreiche Strecke begann. Der Radweg am Donauufer war von Radlern stark bevölkert. Rund um die Schlögener Schlinge häuften sich dann auch die Freizeitkapitäne auf dem Wasser. Mit der Schlögener Schlinge begann die wildeste Landschaft. Wir befuhren sie in einen immer stiller werdenden Abend hinein – am Ende sangen die Vögel in den Wäldern am Ufer für uns allein – ein Traum. Der letzte Tag führte uns wieder aus den Bergen heraus in die Ebene. Zunächst war die Donau sehr breit und eingedeicht bevor sie sich vor Linz wieder durch Hügel zwängte. Auf der gesamten Tour haben wir so viele Schiffe erlebt, dass uns das Kreuzfahrtschiffsballet an unserem Ziel Linz auch nicht mehr aus der Ruhe brachte.

Ein herzliches Dankeschön an den Ruderclub Vilshofen für die komfortable Übernachtung im Vereinsheim und die Gastfreundschaft. Eine unserer Luftmatratzen war defekt und wir wurden sogar in die Stadt gefahren, um Ersatz zu kaufen! Zwei weitere Nächte verbrachten auf Campingplätzen in Kasten und Untermühl. Bei letzterem waren Sanitäranlagen und Freundlichkeit unter unseren Erwartungen.

Wir hatten extrem heisse und wolkenlose Tage angetroffen aber auf dem Wasser gab es meist etwas kühlenden Wind. Hierdurch und mit regelmäßigen und ausgiebigen Pausen während der Mittagszeit ließ es sich besser aushalten als erwartet. Abends waren wir sehr froh duschen zu können und dem Linzer Ruderverein „Ister“ dankbar, dass wir uns auch vor der Rückfahrt auffrischen durften.

Bei dieser Fahrt hatten wir den Wanderfahrten Doppel-4’er „Donau“ mit Gepäck gut gefüllt. Dennoch war die Bordwand hoch genug, um die enormen Wellen der Schiffe zu überstehen, ohne Wasser zu nehmen. Wir wahren sehr froh, mit dem schwer beladenen Boot geschleust zu werden. Dies wäre, wie wir von Schleusenwärtern erfuhren, in Österreich keine Selbstverständlichkeit. Ohne Rettungswesten, die wir eigens für die Schleusen mitnahmen, wären wir teilweise nicht geschleust worden! Die Schleusen dieser Tour waren eindrucksvoll, weil doppelt so breit wie die des Main-Donau-Kanals.

Die Strömung der Donau hat die Streckenlänge relativiert. Geblieben ist der Eindruck, dass mit der „Donau“ die 120km dieser Strecke auf der Donau gut machbar sind – und schön.